Gate 20 Linie 3: Der kontemplative Märtyrer
Die 3. Linie von Tor 20 trägt den harmonischen Ton der 6. Ebene von Versuch und Irrtum, die „Märtyrer“-Position am unteren Rand des Hexagrammquadrats. Tor 20 ist das Tor des Seins im Jetzt, das Tor der Kontemplation, der kehlseitige Samen des Kanals des Erwachens. Wenn die 3. Linie auf diese Energie trifft, wird die Kontemplation selbst zu einem lebendigen Experiment.
Das Thema im Tor
Bei Gate 20 geht es um Präsenz, den rohen und oft unangenehmen Akt, ganz im Moment zu sein. Seine Energie möchte im Jetzt sein, nachdenken, die Zukunft sich selbst überlassen. Die dritte Linie stellt die unterste Energie des Hexagramms vor: die experimentelle, auf Versuch und Irrtum basierende Grundlage. Tor 20.3 ist daher nicht der gelassene Weise, sondern der tapfere Suchende, der Präsenz anstrebt, der herausfällt, der an die Grenzen seines eigenen Denkens und an die Grenzen des Lebens stößt.
Die 3. Linie ist das Meerschweinchen. Es lernt nicht durch Lesen oder Zuhören, sondern durch Handeln. Auf die Kontemplation angewendet bedeutet dies eine Person, deren Beziehung zur Gegenwart durch Handeln gefestigt wird, durch den Versuch, hier zu sein, durch die wiederholte Entdeckung der vielen Möglichkeiten, auf denen sie aus dem Jetzt herausdriftet. Die sechste Ebene spricht vom Märtyrertum nicht als Opferrolle, sondern als Hingabe: die Bereitschaft, derjenige zu sein, der es versucht, scheitert und es erneut versucht, damit die Wahrheit ans Licht kommt.
Das Geschenk: Verkörperte Weisheit durch das Experiment
In seinem bewussten Ausdruck ist Gate 20.3 die Person, die sich ihre Anwesenheit verdient hat. Weil sie durch alle üblichen Fallstricke der Kontemplation, des Überdenkens, des spirituellen Umgehens und der falschen Vorbereitung auf das Leben gestolpert sind, haben sie eine geerdete, funktionierende Beziehung zum Jetzt entwickelt. Sie lehren nicht die Präsenz von einem Berggipfel aus; Sie unterrichten es in der Werkstatt.


