Das Left Angle Cross of Distraction basiert auf einem Paradoxon: Ablenkung ist in dieser Konfiguration kein Mangel an Aufmerksamkeit, sondern ein bewusster Akt der Führung
Ablenkungskreuz im linken Winkel – Tor 56 (Stimulation)
Das Thema Ablenkung
Das Left Angle Cross of Distraction basiert auf einem Paradoxon: Ablenkung ist in dieser Konfiguration kein Mangel an Aufmerksamkeit, sondern ein bewusster Akt, den Geist anderswohin zu lenken. Das Kreuz erkennt an, dass Menschen ständig beschäftigt sind – von Sorgen, von Pflichten, vom Lärm ihrer eigenen Konditionierung – und dass eine der mächtigsten Gaben, die ein Mensch machen kann, die Fähigkeit ist, andere aus ihrer aktuellen Beschäftigung herauszuholen. Die Person mit diesem Kreuz trägt die Absicht, eine Tür zu werden. Durch Erzählung, Ton, Präsenz oder Anekdote ziehen sie das Bewusstsein des Zuhörers in einen anderen Rahmen, und in diesem neuen Rahmen lockert sich etwas, beruhigt sich oder ordnet sich neu. Die Ablenkung ist die Medizin, obwohl sie selten als solche erkannt wird.
Der linke Winkel und das transpersonale Karma
Der linke Winkel trägt transpersonales Karma. Im Gegensatz zum rechten Winkel, wo das Kreuz hauptsächlich nach innen auf das Persönliche und Intime gerichtet ist, richtet der linke Winkel die Inkarnation nach außen – auf den anderen, den Stamm, den kollektiven Geist. Das betreffende Karma ist nicht das eigene des Einzelnen. Es ist das Karma, das sich im Namen anderer durch den Einzelnen bewegt. Die Person ist, ob sie es versteht oder nicht, ein Vehikel für eine Art energetischen Austausch, bei dem ihr Lebensthema, nach außen ausgedrückt, das karmische Feld derjenigen berührt und verändert, denen sie begegnet. In diesem Sinne ist eine Geschichte kein Selbstausdruck; es ist ein transpersonaler Akt.
Tor 56 – Stimulation im Hals
Conscious Sun in Gate 56 legt die Gabe des Geschichtenerzählers als zentralen Dreh- und Angelpunkt der Inkarnation fest. Tor 56 befindet sich im Throat Center und heißt Stimulation, obwohl sein älterer Name, The Wanderer, seiner ursprünglichen Natur näher kommt. Es ist das Tor dessen, der hinausgeht, sich versammelt und zurückkehrt, um zu sprechen. Der Eingeborene reist nicht immer physisch; häufiger wandern sie durch Bücher, Gespräche, Erinnerungen und beobachtete Leben. Sie sammeln Fragmente – ihre eigenen Erfahrungen, das, was sie von anderen gehört haben, und vor allem reine Erfindungen, die Art von Erfindung, die sich als eine präzisere Wahrheit herausstellt als jede wörtliche Darstellung.
Gate 56 ist das Gate, das Rohmaterial in eine Stimme verwandelt. Die Kehle ist hier nicht für Befehle oder Argumente gedacht, sondern für das Nacherzählen – für die Form einer gut begonnenen Geschichte.
Wie die bewusste Sonne den Lebenszweck formt
Da die Sonne bei Bewusstsein ist, ist die Fähigkeit des Geschichtenerzählers wach und bewusst. Der Mensch weiß oft schon von Kindesbeinen an, dass er die Welt als Stoff zum Erzählen sieht. Sie kommen nicht umhin, die Anekdote in dem gewöhnlichen Ereignis zu bemerken, die Moral, die sich im Zufall verbirgt. Dieses Bewusstsein bringt Verantwortung mit sich: Die bewusste Sonne im Jahr 56 muss lernen, dass nicht jede Geschichte dazu gedacht ist, laut erzählt zu werden, und dass die Geschichten, die Kindern oder Müden angeboten werden, eine andere Bedeutung haben als die Geschichten, die Gleichaltrigen erzählt werden. Wenn man die Gabe reifen lässt, wird die Person selbst zum Hüter der Aufmerksamkeit – eine lebendige Erinnerung daran, dass der Geist, gelegentlich von seiner eigenen Schwerkraft befreit, leichter zurückkehrt.


