Das Kreuz der Trennung im linken Winkel (Tor 35) ist ein Inkarnationskreuz, bei dem die bewusste Sonne im Tor 35 – „Veränderung“ – dem Tor der Alleskönner verankert ist
Trennungskreuz im linken Winkel (Tor 35)
Das Linkswinkelkreuz der Trennung (Tor 35) ist ein Inkarnationskreuz, an dem die bewusste Sonne im Tor 35 – „Veränderung“ – dem Tor der Alleskönner verankert ist, einem Tor des Zentrums für Kehle, das zum Kanal der Übertretung (35-36) gehört und mit dem Solarplexus verbunden ist. Der linke Winkel (Nebeneinanderstellung) dieses Kreuzes ist der dialektische, transpersonale: Zwei Kreuze sitzen einander gegenüber auf dem Hexagrammrad, und der Zweck der Persönlichkeit wird nicht durch die vier festen Tore eines einzigen Lebensthemas des rechten Winkels geformt, sondern durch die Hälfte des linken Winkels – Tore 35 und 5 – gepaart mit der komplementären Hälfte, die durch die beiden Tore des gegenüberliegenden Kreuzes auf der anderen Seite des Rades gebildet wird.
Das Kreuzthema: Begegnungen ohne Wurzeln
Das Left Angle Cross of Separation trägt das Grundthema der Erfahrung des Lebens durch eine Vielzahl von Begegnungen, an denen man sich letztlich nicht festhalten kann. Der Kreuzname spricht direkt das Erfahrungsfeld von Tor 35 an: Das Individuum betritt Situationen, Menschen, Bewegungen, Orte, Begierden und Ideen mit einem wirklich offenen Appetit und bewegt sich dann – nicht durch Grausamkeit, sondern durch das Naturgesetz des Kanals – weiter. „Trennung“ bedeutet hier weder Versagen noch Gleichgültigkeit. Es ist die strukturelle Tatsache, dass das, was Tor 35 in einem Moment erregt, die Persönlichkeit nicht langfristig verankern kann. Das Kreuz basiert auf dem Prinzip, dass eine umfassende, wiederholte Erfahrung die Lektion ist, nicht eine tiefe, anhaltende Bindung.
Der linke Winkel und das transpersonale Karma
Das Linkswinkelkreuz ist die transpersonale oder karmische Familienkonfiguration. Wo der rechte Winkel die vier festen Tore der persönlichen Inkarnation lehrt – den Zweck, den man persönlich vereinbart hat, um ihn in einem einzigen Leben zu verkörpern –, fügt der linke Winkel eine breitere, multiinkarnationsübergreifende Dimension hinzu. Zwei der vier Tore des Kreuzes gehören zur Persönlichkeit (die „Nebeneinanderstellung“ oder sich selbst zugewandten Tore), und die anderen beiden gehören zum entgegengesetzten Kreuz auf dem Rad. Der Lebenszweck eines Linkswinkelkreuzes wird daher in der Beziehung zur anderen Seite gelebt: Wovon man sich trennt, was einem begegnet und was man loslässt, und die daraus resultierende kumulative Erfahrungsbasis ist der karmische Beitrag. Das Thema des transpersonalen Karmas besteht darin, dass die Persönlichkeit nicht Eigentümer der Erfahrung ist – die Erfahrung geht durch die Persönlichkeit, und was bleibt, ist die Weisheit, dort gewesen zu sein.
Die bewusste Sonne in Tor 35: Der Appetit, der über seine Objekte hinauswächst
Wenn die Bewusste Sonne in Tor 35 sitzt, ist sich die Person bereits von Kindheit an eines starken Drangs bewusst, zu schmecken, was das Leben zu bieten hat. Das ist keine leere Neugier; Es ist ein Throat-Gate-Ausdruck, also erklingt, handelt und initiiert durch Sprache, Gesten und Abenteuer. Tor 35 wird „Veränderung“ genannt, weil der Erfahrungstransit das Tor am Leben erhält. Während Tor 36 das emotionale Tor ist, das die Begegnung überhaupt erst ermöglicht (die Bereitschaft, ins Unbekannte einzutreten), ist Tor 35 das „Tun“ davon – die empörende, manchmal absurde, manchmal wirklich transgressive Reihe von Eskapaden, die der Throat in die Welt hinein zum Ausdruck bringt.
Die Platzierung der bewussten Sonne macht diesen Antrieb leuchtend und selbstbewusst. Schon in den frühesten Jahren sieht sich das Individuum als derjenige, der Dinge ausprobiert. Sie wissen, dass sie unruhig sind, sie wissen, dass das Nächste ruft, und sie wissen, dass das Aktuelle bereits zu verblassen beginnt. Dieses Selbstbewusstsein lindert den Appetit nicht – Tor 35 ist nicht dazu gedacht, Zurückhaltung im moralischen Sinne zu erlernen; Es ist darauf ausgelegt, den Erfahrungszyklus zu vervollständigen*. Die bewusste Erkenntnis, dass „das mich nicht mehr interessiert“, ist die Signatur des Kreuzes, denn Gate 35 reift zu einem Menschen heran, dessen Erfahrungsreichtum schließlich zu der erkennbaren Qualität wird, die andere sehen.
Die Reifung von Tor 35
In der Jugend drückt sich das Left Angle Cross of Separation durch schiere Vielfalt aus: ein Strom von Eskapaden, oft amüsant, manchmal kostspielig, fast immer ohne bleibende Konsequenzen im materiellen Sinne. Während die Sonne die langsameren Transite durchläuft und der Körper altert, beginnt die bewusste Sonne in Tor 35, sich durch ein anderes Register auszudrücken. Der Einzelne wird nicht mehr dazu getrieben, die nächste Erfahrung zu finden; die Erfahrung ist bereits angesammelt. Sie werden als eine Person von Breite statt Tiefe erkennbar, eine Person, die in vielen Räumen, vielen Szenen, vielen Epochen präsent war – und deren Wert für das Kollektiv genau darin besteht, da gewesen zu sein, ohne dort festzustecken.
Das bewusste Erkennen, dass man auf der Suche ist, auch nach vielen Begegnungen, ist der Zweck des Kreuzes. Eine Trennung ist keine Wunde, die geheilt werden muss. Es ist das Funktionsprinzip, nach dem Tor 35 den Hals in Bewegung und die Persönlichkeit in Kontakt mit der lebenden Welt hält.


